Dieter Hallervorden

Geboren 1935 in der Stadt Dessau (Sachsen-Anhalt), deren Ehrenbürger er seit 2007 ist, studierte Dieter Hallervorden Romanistik, Publizistik und Theaterwissenschaften. Daneben gilt sein besonderes Interesse politischem Journalismus und Kabarett.

Mit 22 Jahren verließ er die damalige D“D“R, nahm Schauspielunterricht bei Marlise Ludwig und bekam sein erstes Theaterengagement an der Westberliner „Tribüne“. Als Autor und Schauspieler gründete er im Dezember 1960 das politisch-satirische Berliner Kabarett-Theater „Die Wühlmäuse“, dessen künstlerischer Leiter er bis heute ist.

Lange Zeit verwehrte ihm das politische Kabarett den Zutritt zum Fernsehen. Erst ab 1968 wurde er durch TV-Rollen – wie z.B. als eiskalter Killer in „Das Millionenspiel“ oder als manischer Tramper in dem Psycho-Thriller „Der Springteufel“ – bekannt. Diese Filme wurden zum Sprungbrett einer großen TV-Karriere.

Dem breiten Publikum wurde Dieter Hallervorden als Komiker durch die satirische NDR-Reihe „Abramakabra“, die Grand-Gala „3 x klingeln“ (ZDF) und die SDR-Slapstick-Serie „Nonstop Nonsens“ (die Geburtsstunde der Slapstick-Figur „Didi“) bekannt, mit der er Einschaltquoten von über fünfzig Prozent erreichte und die bis heute zu seinen größten Fernseherfolgen zählt.

Serien wie „Die Nervensäge“ (ZDF 1985, 26 Folgen) und die „Didi-Show“ (10 Folgen) sowie 10 Kino-Filme – darunter „Alles im Eimer“ (1981), „Der Schnüffler“ (1983), „Der Doppelgänger“ (1984), „Didi und die Rache der Enterbten“ (1985), „Der Experte“ (1988), „Bei mir liegen Sie richtig“ (1990) und „Alles Lüge“ (1992) untermauerten diesen Erfolg.

Anfang der 90er Jahre nahm Dieter Hallervorden Abschied vom „Didi-Image“ und kehrte 1992 zurück zu seinen Wurzeln, dem politischen Kabarett. Er gründete die Filmgesellschaft „Halliwood“ und produzierte für SAT1 21 Sendungen des zeitkritischen Magazins „Spottschau“. Im Dezember 1994 folgte die Satire-Serie „Hallervordens Spott-Light“, die in der ARD ausgestrahlt wurde. Mit den nachfolgenden fünf Staffeln „Spott-Light“ wurden gleichbleibend gute Einschaltquoten erzielt. Nach 75 Folgen nahm Hallervorden schließlich eine Auszeit von „Spott-Light“ (die achte Staffel mit weiteren zwölf Folgen ging 2003 auf Sendung) und produzierte zwölf Folgen einer grotesken Familienserie ohne Familie: „Zebralla!“.

Im Juni 2001 rief Dieter Hallervorden „Das Große Kleinkunstfestival“ (KKF-Seite verlinken) als Wettbewerb für Nachwuchstalente im Bereich Kabarett, Comedy, Musik und Varieté ins Leben, das bis heute jährlich in den Wühlmäusen stattfindet und live vom rbb-Fernsehen übertragen wird.

Seine Vielseitigkeit stellte Dieter Hallervorden in dem weitgehend musikalischen Programm „Mit dem Gesicht… – taktvolle Bekenntnisse“ unter Beweis, mit dem er 2004 gemeinsam mit dem Kai Rautenberg-Sextett zum ersten Mal auf der Bühne stand. In dem Programm „Stationen eines Komödianten“, das anlässlich seines 50-jährigen Bühnenjubiläums entstand, serviert Hallervorden ein reichhaltiges Unterhaltungsmenü – bestehend aus den Höhepunkten einer Bühnenkarriere, fein gewürzt mit Novitäten.

Anlässlich seines 70. Geburtstags erschien seine erste Autobiografie „Wer immer schmunzelnd sich bemüht…“ mit witzigen Erinnerungen, Höhepunkten und Pannen aus Hallervordens facettenreichem Leben, 2017 erschien die Biografie „Hallervorden – ein Komiker macht Ernst“. Ebenfalls in diesem Jahr erfüllte er sich für die Wühlmäuse mit einem eigenen neuen Kabarett-Ensemble, das bis März 2020 zwei Programme auf die Bühne brachte, einen Herzenswunsch.

Neben den „Wühlmäusen“ widmet sich Dieter Hallervorden auch dem „Schlosspark Theater“ in Berlin-Steglitz, das er mit viel persönlichem Einsatz 2009 aus dem Dornröschenschlaf erweckte. Dort ist er regelmäßig in Charakterrollen zu sehen, so zum Beispiel in der Titelrolle von „Gottes Lebenslauf“ oder zusammen mit seinem Sohn Johannes in der schwarzhumorigen Komödie „Adel verpflichtet“ in acht unterschiedlichen Rollen.

Für seine Hauptrolle im Kinofilm „Sein letztes Rennen“ (2013) erhielt er die Goldene Lola als bester Schauspieler. Mit dem Kinofilm „Honig im Kopf“ (2014) feierte er einen weiteren Erfolg und erhielt für seine Darstellung des demenzkranken Amandus 2015 den Bambi, den Ernst-Lubitsch-Preis, die österreichische Romy, den Deutschen Comedy-Preis und den Bayerischen Filmpreis. Es folgten die TV- und Kino-Filme „Chuzpe – Klops braucht der Mensch“ (2015), „Ostfriesisch für Anfänger“ (2016) und „Rock my Heart“ (2017), im Oktober 2018 sah man ihn im Kino in „Benjamin Blümchen“.

Ebenfalls 2018 wurde der TV-Film „Lüg mich an und ich heirate dich“ mit Veronika Ferres auf SAT1 ausgestrahlt. Für die Gestaltung der Hauptrolle im ZDF-Film „Mein Freund – das Ekel“ wurde er 2019 als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Aufgrund des großen Erfolgs wird der Film mit einer sechsteiligen Serie fortgesetzt.

Weitere Infos, Termine und Neuigkeiten auf: http://www.didipage.de/

Foto: ©DERDEHMEL